Die folgenden Artikel wurden von unserem Pressesprecher Thomas de Marco veröffentlicht. Die Zeitungsartikel darunter mit freundlicher Genehmigung der Zeitung „Schwäbisches Tagblatt„.
Neues Winterquartier für geschwächte Igel (Schwäbisches Tagblatt 21.10.2025)
Neben der Kleingartenanlage Wackersbronn hat das Tierheim Reutlingen einen Garten von der Stadt gepachtet. Bald werden dort die ersten Tiere untergebracht.
Im Reutlinger Tierheim werden immer mehr Igel abgegeben, die gepflegt werden müssen, damit sie über den Winter kommen. Um die Kleintiere in Ruhe überwintern zu lassen und danach auszuwildern, hat das Heim von der Stadt zusätzlich einen Garten im Reutlinger Norden gepachtet: Direkt neben der Kleingartenanlage Wackersbronn an der Sickenhäuser Straße soll diese Anlage demnächst mit geschwächten Igeln bestückt werden.

„Das ist aber keine zweite Station des Tierheims, bei dem Igel abgegeben werden können“, betont Elena Rugna, hauptamtliche Tierpflegerin im Tierheim. Denn der Garten wird nicht mit Personal besetzt sein. Dort wird täglich nur kurz kontrolliert, ob die Igel ihren Winterschlaf halten oder ob aufgewachte Tiere Futter brauchen. „Wer einen Igel ins Tierheim bringen möchte, muss die Telefonnummer 07121 144 80 660 wählen“, betont die Tierpflegerin. Kontaktaufnahme ist auch per Mail an kleintiere@tierschutzverein-reutlingen.de möglich.
Insektensterben setzt Igeln zu
Bis zu 30 Igel werden derzeit im Tierheim gepflegt. „Die Tiere brauchen Ruhe, um sicher zu überwintern. Das ist im Tierheim oft nicht gegeben“, sagt Rugna. Deshalb sind die Verantwortlichen froh über das Gelände, das sie demnächst nutzen werden. Igel, die im Reutlinger Tierheim keinen Platz mehr finden, sollen dort sicher über den Winter kommen. Der Garten wird dafür naturbelassen gestaltet, mit viel Gestrüpp und Hecken. Das Wasser können die Verantwortlichen von der Kleingartensiedlung nebenan holen. „Das Gelände ist ideal für Wildtiere“, sagt Rugna.
Bei den Igeln im Tierheim, die in Boxen aufgepäppelt und durch den Winter gebracht worden sind, hat die Rückkehr an den Fundort Vorrang, sagt Kleintierpflegerin Sabine Mayer. „Leute, die uns den Igel gebracht haben, sollten ihn nach dem Winter am besten wieder zurücknehmen: Die meisten machen dabei auch mit.“ Wo das nicht geht, ist das neue Gelände im Reutlinger Norden eine Option.
Gelände auch für Eichhörnchen
Geschwächte Igel würden das Reutlinger Tierheim immer mehr beschäftigten. „Das liegt am Insektensterben“, sagt Mayer. Die Stacheltiere fressen vor allem kleine Laufkäfer. Werden die weniger, weichen die Igel auf Nacktschnecken aus – mit negativen Folgen: „Diese Schnecken übertragen massenhaft Würmer. Werden die Igel davon befallen, schwächt sie das und sie nehmen nicht zu“, erklärt Mayer. Viele der geschwächten Exemplare landen dann im Tierheim.
Für den nahenden Winter haben die Tierpflegerinnen mit dem Gelände bei Wackersbronn nun eine zusätzliche Option. „Bei den milden Temperaturen derzeit sind die Igel aber noch wach und in der Päppelphase“, sagt Rugna. Das kann sich aber schnell ändern, wenn die Temperaturen sinken. Dann wird die neue Fläche mit Igeln bestückt. Der Zaun um das Areal ist so gestaltet, dass die Tiere nach dem Winter das Gelände verlassen können, um sich ein neues Revier zu suchen. Männchen brauchen dafür mit rund einem Quadratkilometer deutlich mehr Platz als die Weibchen.
Nach diesem Winter sollen sich die Igel den Garten mit weiteren Wildtieren teilen. „Wir bekommen auch immer häufiger Eichhörnchen zur Pflege“, berichtet Rugna.
Deshalb werden auch einige von ihnen in einem zweiten Schritt in Wackersbronn untergebracht. Zumeist sind das kleine Jungtiere, die auf dem Boden gefunden werden. Häufig ist den Müttern der nur wenige Wochen alten Tiere etwas zugestoßen, weshalb die kleinen Eichhörnchen ohne fremde Hilfe nicht überleben würden.
Kräuterführung 2025 mit Christel Ehlers: Welche Kräuter und Gemüse passen zueinander?
Großes Interesse an der dritten Kräuterführung von Gärtnermeisterin Christel Ehlers in unserer Gartenanlage Wackersbronn: Elf Interessierte waren gekommen, so viele wie noch nie. Diesmal warb die Expertin, die vor ihrem Ruhestand den Kräutergarten der Nudelfirma Alb-Gold betreut hatte und nun solche Führungen anbietet, für die Anlage einer Kräuterspirale. Sie informierte auch darüber, welche Kräuter zu welchem Gemüse passen.

Eine Kräuterspirale bietet auf kleinem Raum gute Bedingungen für die verschiedensten Kräuter: Oben im trockenen, steinigen Bereich wachsen mediterrane Trockenheitskünstler wie Lavendel, Salbei, Rosmarin, griechischer Bergtee oder Thymian. „Staunässe vertragen die überhaupt nicht“, sagte Ehlers, die sich selbst Kräutertante nennt.
Je tiefer es nach unten geht in der Spirale, desto humoser wird der Boden. Das ist gut für Schnittlauch, Petersilie und bis Sauerampfer ganz unten. „Die Steine der Spirale geben auch noch Wärme ab. Und teilweise bieten sie anderen Pflanzen Halbschatten“, erklärte Ehlers.
Auch wenn die Kräuterspirale auf kompaktem Raum verschiedene Standorte bietet, Platz braucht sie doch: Mit einem Durchmesser von 2,5 bis 3 Metern muss schon gerechnet werden, wenn rund um einen Schuttkegel in der Mitte die Steine aufgeschichtet werden. Wird noch ein kleiner Teich am Fuß der Spirale angelegt, braucht das noch mehr Platz.

Ausführlich ging Ehlers anschließend darauf ein, welche Kräuter-Gemüse-Kombinationen einem Garten guttun und welche Kräuter positiv wirken. Hier die Kurzübersicht:
Basilikum passt gut zu Tomaten, Gurken und Zwiebeln. „Es lockt bestäubende Insekten an und verzögert die Mehltaubildung“, so Ehlers. Das rote Strauchbasilikum mögen die Schnecken nicht, andere Sorten ziehen dagegen die schleimigen „Fressfeinde“ an.
Dill erhöht die Keimfähigkeit bei vielen Pflanzen. Er lockt Schwebfliegen an, deren Larven Blattläuse fressen.
Kapuzinerkresse auf Baumscheiben ist ebenfalls gut gegen Läuse und tut auch Kartoffeln und Bohnen gut.

Knoblauch wirkt gegen Pilzbefall und wird empfohlen für Erdbeeren, aber auch Möhren, Tomaten, Gurken und Salat.
Lavendel soll bei Kartoffeln und Kohl den Geschmack verbessern.
Koriander vertreibt Kartoffelkäfer.
Borretsch fördert die Widerstandsfähigkeit von Kartoffeln, Bohnen, Kohl und Salat. Er bedeckt den Boden und ist klein geschnitten auch als Mulch gut.
Gewürztagetes bedeckt den Boden, ist wichtig für Insekten und hält in der Nähe von Gemüse Schädlinge ab.
Ringelblume ist die „Gesundheitspolizei für den Garten, wenn der Boden müde ist“, so Ehlers.
Salbei ist gut für Tomaten und Kohl und soll Erdbeeren schmackhafter machen. Petersilie passt zu Tomaten, Lauch und Radieschen, braucht aber guten, humosen Boden.
Kamille tut Erbsen, Bohnen, Radieschen und Lauch gut, passt sich den jeweiligen Pflanzen an und hält sie und den Boden gesund.
Minze hilft Kohl und Erbsen und lenkt durch ihren Geruch Schadinsekten ab. „Sie muss aber eingesperrt werden, am besten in einem Eimer mit Loch. Sonst breitet sie sich überall aus!“, warnte Ehlers.
Bohnenkraut ist mit ihrem Duft hervorragend gegen die schwarze Bohnenlaus.
Thymian hilft gegen Spinnmilben und weiße Fliegen.
Wilde Möhre bereitet den Boden vor und wächst auf mageren Böden.

Und dass die Kräuter auch hervorragend schmecken, demonstrierte Ehlers mit ihrer Kräuterbutter auf Baguette, die bestens ankam. Dann waren fast drei Stunden vorbei – eine Zeit, die nicht nur den Mitgliedern der Siedlergemeinschaft Römerschanze-Storlach Spaß machten. „Das war richtig klasse mit einem perfekten Publikum“, sagte Ehlers. „Das Wetter war bestens, der Rahmen toll und die Leute haben viel gefragt.“ Für Schriftführerin Uli Werner ist klar: „Wir werden auch im nächsten Jahr einen Termin für die Kräuterführung finden!“
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Kräuterführung in Wackersbronn am 21. September 2024
Zu Beginn der Kräuterführung in der Gartenanlage Wackersbronn muss außerhalb erst noch eine Brennnessel gesucht werden. „Die gibt es kaum noch in solchen Gärten“, sagt Gärtnermeisterin Christel Ehlers, die vor ihrem Ruhestand den Kräutergarten der Nudelfirma Alb-Gold betreut hatte und nun solche Führungen anbietet. Dann freut sie sich, dass ihr jemand eine Brennnessel bringt. „Das ist eine der ältesten und wichtigsten Heilpflanzen, ein richtiges Superfood. Die Samen sind sehr gehaltvoll, aus den eisenhaltigen Blättern kann man Suppe und Salat machen“, sagt Ehlers. „Das ist gut fürs Blut.“

Dann geht es los mit der Tour durch die Gärten. Leicht zu finden: der Giersch, Alptraum aller Gartenfreunde. „Der ist ein Problem, das nicht lösbar ist. Aber eigentlich ist der Giersch gesund und lecker in Salaten und Suppen. Etwas Feines – außer man hat es im Garten!“, sagt die Kräuterspezialistin. Gern gesehen sind dagegen Oregano, Zitronenmelisse, Borretsch oder die Heilpflanze Gundermann mit ihren Bitterstoffen.
Weiter geht es zum nächsten Garten, wo die Staudengärtnerin in einem Beet auf eine wahre Kräuterparade stößt. „Rosmarin wirkt anregend, Lavendel dagegen beruhigend“, sagt Ehlers und empfiehlt die entsprechenden Badezusätze. Salbei wiederum desinfiziert offene Stellen im Mund. Mit dem Johanniskraut kann man selbst ein Öl herstellen, das eine schmerzlindernde, muskelentspannende und entkrampfende Wirkung hat. Ehlers empfiehlt Mandelöl, in dem das Johanniskraut bleibt, bis das Öl rot wird. „Aber dunkel stellen und jeden Tag schütteln!“, rät die Staudengärtnerin.

Auf dem Weg zurück verblüfft Ehlers die acht Interessierten mit der Anregung, eine vollrunde gelbe Dahlienblüte mal in einem Salat mitzuessen. „Das ist richtig lecker in Asia-Gerichten“, sagt sie. Meerrettich sollte am besten in einem Gefäß angepflanzt werden. „Denn der ist ein Freund fürs Leben – den bekommt man nicht mehr los, weil er sich stark ausbreitet“, warnt die Kräuterkennerin.
Auf einem Tisch hat Ehlers noch einmal jede Menge Kräuter stehen und lässt verschiedene Sorten von Basilikum herumreichen: afrikanisches Basilikum, heiliges Basilikum aus Indien oder eine Pflanze, die nach Honigmelonen riecht und zuckersüße rote Blüten hat. Die Staudengärtnerin hat auch griechischen Bergtee oder Bohnenkraut dabei. Dazu gibt es Gierschlimonade und Kräuterlikör. Und auf einmal sind zweieinhalb Stunden vorbei. „Mir hat es Spaß gemacht, die Leute sind sehr interessiert“, sagt Ehlers. Und kann sich gut vorstellen, mal wieder eine Kräuterführung in Wackersbronn zu machen.
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